"NO BLAME APPROACH"

Schulinterne Fortbildung zur Mobbing-Intervention am JBG

Mobbing-Fälle sind ein großes Problem an den Schulen und belasten Opfer, deren Eltern und die Klassen insgesamt. Das Kollegium des JBG ist für die Problematik längst sensibilisiert, war aber seit einiger Zeit auf der Suche nach einem praktikablen Interventionsmodell. Fündig geworden sind wir nunmehr im „NO BLAME APPROACH“, einem Interventionsansatz ohne Schuldzuweisung. Am Samstag, den 27. Februar, ließen sich 19 Kolleginnen und Kollegen von zwei erfahrenen Coaches des Kölner Instituts „fairaend“ in dieser Methode trainieren.

Die Arbeit nach „NO BLAME APPROACH“ zielt weniger auf die Ursachen von Mobbing (diese Recherchen sind oft aufwändig und wenig ergiebig), sondern ist lösungsorientiert: Mobbing soll aufhören! Das Verfahren verläuft nach klar definierten Stufen, an denen zunächst das Mobbing-Opfer, dann ein Teil der Klassenmitglieder beteiligt sind, die als Unterstützungsgruppe in einem vom Lehrer moderierten Treffen Maßnahmen zugunsten des leidenden Schülers erarbeiten. Das Besondere des Ansatzes liegt darin, dass zu dieser Unterstützungsgruppe verschiedenste Schüler der Klasse gehören, also auch solche, die bisher eher Teil einer problematischen Dynamik waren, die aber jetzt in einer neuen Rolle zu einer positiven Systemveränderung beitragen.

Dieses Modell ist für den Lehrer griffig, zeitlich überschaubar und vor allem wirksam (ein Evaluationsbericht attestiert 87 % erfolgreicher Interventionen).


Die Inhalte der ganztägigen Fortbildung waren:

  • Problemerkennung: Woran kann ich Mobbing erkennen?

  • Vorgehensweise: Schritte des „No Blame Approach“

  • Training: Gesprächsführung mit dem gemobbten Schüler

  • Training: Gesprächsführung mit der Unterstützungsgruppe
  • Abstecken der Rahmenbedingungen zum Umgang mit Mobbing in der Schule


Alle Teilnehmer des Workshops waren von der klaren Struktur und Praktikabilität des Vorgehens sehr angetan. Eine echte Motivation für uns Lehrer, auf die Schattenseiten des Jahresmottos „Respekt“ zu reagieren!



Roland Specht

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