Einblicke in eine fremde Welt

14 Schüler des Miltenberger Johannes-Butzbach-Gymnasiums mit Schulleiter Joachim Fertig sowie zwei Lehrern haben während eines 14-tägigen Besuchs im chineschischen Shanghai die Partnerschaft mit zwei chinesischen Gymnasien mit Leben erfüllt. Während ihres Aufenthalts bekamen sie faszinierende Einblicke in eine fremde Kultur. Unser Bild zeigt das erste Treffen deutscher Schüler und Lehrer mit Schülern und Schulleitung des Gymnasiums Shanghai.

Schülern und Lehrer des Gymnasiums zu
Kulturaustausch in China
K r e i s   M i l t e n b e r g . Faszinierende Einblicke in eine fremde Kultur haben Lehrer und Schüler des Johannes-Butzbach-Gymnasiums bekommen, als sie im November für zwei Wochen nach China reisten.

Ziel der Reise war es, die Partnerschaft mit zwei Gymnasien in Shanghai zu vertiefen und den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und China zu pflegen. 14 Miltenberger Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums hatten sich in Begleitung von Schulleiter Joachim Fertig und seiner Frau Christore, die als weibliche Begleitperson mitfuhr, sowie der Lehrer Rüdiger Horn und Markus Schwemmer auf den langen Flug von Frankfurt nach Shanghai gemacht.
Die chinesische Gastfreundschaft erfuhr die Gruppe vom Untermain schon am Flughafen in Shanghai: Bereits in der Ankunftshalle wurden die Miltenberger mittels eines großen Spruchbands willkommen geheißen und von einer Abordnung eines Shanghaier Partnergymnasiums empfangen.

Fleißig Chinesisch gebüffelt

In den folgenden Tagen konnten Lehrer und Schüler die chinesische Gastfreundschaft genießen, nachdem sie sich bereits Monate zuvor auf dieses Treffen vorbereitet hatten - unter anderem in einem wöchentlichen, einstündigen Chinesisch-Sprachkurs, der Einblicke in die schwierige Sprache der Gastgeber gewinnen ließ. So wurden schnell die Kontakte zu den Chinesen vertieft, auch wenn die Konversation - trotz durchaus erfolgreicher erster Gehversuche im Chinesischen - meist auf Englisch ablaufen musste.

Seit zwei Jahren Partnerschaft

Entstanden war die Partnerschaft zwischen dem Miltenberger Gymnasium und den Gymnasien der Tongji-Universität Shanghai vor gut zwei Jahren bei einem internationalen Musiktreffen in Berlin. Vor eineinhalb Jahren war die Bigband des JBG mit Schulleiter Dietmar Andre nach Shanghai gereist und hatte einen gegenseitigen Partnerschaftsvertrag abgeschlossen. Seither wurde der Kontakt von beiden Seiten gepflegt, so dass nun dieses erste Treffen auf Austauschbasis zustande kommen konnte.
Interessante Einblicke in die Lebensverhältnisse bis hin zur oft ungewohnten chinesischen Küche ergaben sich für die Schüler bei einem Besuch in den Familien der Partnerschüler sowie bei einer Teilnahme am Unterricht.
Bei gemeinsamen Treffen stellten sie ihrerseits Deutschland, die Region Miltenberg und das Johannes-Butzbach-Gymnasium in Bildern und kurzen Referaten vor. Besonders eindrucksvoll war eine musikalische Darbietung mit alten traditionellen Instrumenten, die die Shanghaier Schüler virtuos beherrschten. Trotz zahlreicher kultureller Unterschiede war immer wieder die Offenheit und Freude der Chinesen über den internationalen Kontakt spürbar.
Ausflüge in die 17-Millionen-Metropole Shanghai zeigten außerdem ein faszinierendes Bild einer Stadt zwischen Tradition und Moderne, mit extremen Gegensätzen zwischen zukunftsweisenden Hochhäusern und den engen Gassen und Hütten so mancher Altstadtviertel.
Ermöglicht wurde der Kulturaustausch nicht zuletzt durch die Unterstützung mehrerer Firmen im Landkreis Miltenberg, vor allem durch das Klingenberger Unternehmen Wika. Dessen Gastfreundschaft konnte die Gruppe des JBG bei einem Besuch im Wika-Werk Suzhou in der Nähe Shanghais im Rahmen einer deutsch-chinesischen Betriebsbesichtigung in Anspruch nehmen.

Gegenbesuch geplant

Bei einem abschließenden Treffen und gemeinsamen Abendessen wurde von beiden Seiten der Wunsch nach Fortführung und Festigung der Schulpartnerschaft ausgesprochen. Schulleiter Joachim Fertig hoffte, einen regelmäßigen Schüleraustausch etablieren zu können; die Chinesen sicherten einen baldigen Gegenbesuch in Miltenberg zu. Ein anschließender Aufenthalt in Peking mit seinen einmaligen Sehenswürdigkeiten und ein Abstecher zur Großen Mauer rundeten die Eindrücke ab, die die Gruppe des JBG nach zwei strapaziösen Wochen mit nach Hause nahm.

Markus Schwemmer
in: Bote vom Untermain vom 24.11.2005

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