Pol&IS -

Junge Bildungsbürger auf den Spuren der Politik
Die Fahrt der Kollegstufe 12 auf den Sambachshof bei Bad Königshofen im Grabfeld war ein tolles Erlebnis, da man ganz neue Einblicke in die Politik erhalten hat, aber dazu später mehr. Am Montag, den 13.03.06 um 8.00 Uhr morgens, warteten ca. 65 Kollegiaten auf die Bundeswehr-Busse, die sie zu ihrem Ziel bringen sollten. Der erste Bus war auch pünktlich da, doch der zweite ließ noch etwa eine Stunde auf sich warten, da aufgrund von Kommunikationsschwierigkeiten der Fahrer zu spät erfuhr, dass er uns transportieren sollte. Nach diesen kleinen Startschwierigkeiten waren wir gegen 10.00 Uhr doch alle auf dem Weg nach Bad Königshofen. Dort angekommen bezogen wir unsere Zimmer und nahmen um 12.15 Uhr unser Mittagessen ein, das wirklich die ganze Woche über sehr gut geschmeckt hat. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei die eine aus 31 Schülern nebst drei Soldaten der Bundeswehr bestand. Meine Gruppe besaß dagegen die Stärke von 34 Schülern. Leider waren nicht mehr Bundeswehrangehörige vorhanden. Nach Auskunft der beiden Jugendoffiziere Gruhn und Fiedler lag das an der momentanen Auslastung der Bundeswehr durch Auslandseinsätze. Am Nachmittag erhielten wir einen Vortrag über die weltpolitische Lage von Herrn Rümenapp, der zwar recht anstrengend und trocken, dafür aber sehr informativ war.

Zurück Vorwärts
Am nächsten Tag stand unsere Fahrt nach Buchenwald auf dem Programm (für die nachkommenden Pol&IS-Fahrer, zieht euch warm an, da oben ist es wirklich saukalt!), bei dem uns die Grausamkeiten der Nationalsozialisten während des 2.Weltkrieges wieder in Erinnerung gerufen wurden. Doch nach dem Ende der NS-Zeit war es mit der Geschichte des Konzentrationslagers noch lange nicht vorbei, denn die Sowjets und später die SED der DDR benutzten das Lager als "Speziallager Nr. 2", um Menschen zu inhaftieren, zu isolieren und zu quälen. Erst 1950 endete dieses grausame Kapitel mit der Schließung Buchenwaldes. Die letzten Opfer dieser fast immer grundlosen "Sonderbehandlung" (die Sowjets vermuteten teilweise das Vorhandensein von "Werwölfen", weswegen sie wahllos Jugendliche internierten, teilweise waren aber auch SPD-Angehörige hier inhaftiert, die zuvor bereits unter den Nazis im Lager Buchenwald einsaßen, teilweise wurden hier aber einfach auch Menschen gequält, die der neuen politischen Führung der SBZ unliebsam waren) kamen erst nach 1953 frei. Mehr als 7 000 Menschen sahen die Freiheit nicht mehr wieder, sie wurden hinter dem Lager in einem Buchenhain verscharrt. Heute erinnern kurze stählerne Säulen an diese Opfer.

Nach all diesen Abgründen der Unmenschlichkeit haben wir uns den kulturellen Seiten des Lebens zugewandt und die Kulturstadt Weimar besucht. Bei einer kleinen Stadtführung besichtigten wir die Wohnhäuser von Goethe und Schiller und das berühmte Nationaltheater mit den Überlebensgroßen Statuen von eben diesen beiden bedeutenden Schriftstellern der Deutschen Geschichte. Hier wurde auch die erste wirklich demokratische Verfassung Deutschlands, eben die Weimarer Reichsverfassung, verabschiedet.

Am Mittwochvormittag beendete Herr Rümenapp den am Montag begonnen Vortrag über das weltpolitische Geschehen mit Hilfe einer Gruppenarbeit einschließlich Expertenanhörung und dann war es für unsere Gruppe endlich soweit: das Planspiel Pol&IS (Politik und Internationale Sicherheit) unter Leitung der beiden Bundeswehroffiziere, Herrn Hauptmann Gruhn sowie Hauptmann Fiedler begann. In diesem Rollenspiel schlüpft jeder Spieler in die Rolle eines Politikers und versucht sein Land nicht bankrott zu wirtschaften sondern ihm zu Wohlstand zu verhelfen. Das hört sich leicht an, ist aber ganz im Gegenteil ein hartes Stück Arbeit, da man relativ schnell feststellt, dass jede Entscheidung, die man trifft, sofort irgendwelche Auswirkungen auf andere Bereiche hat, die man vorher noch nicht einmal erahnte. Es geht darum seine produzierten Güter zu möglichst hohen Preisen an andere Länder zu verkaufen und seine Wirtschaft zu stabilisieren. Dabei kommt es darauf an gute Handelsbeziehungen zu den anderen Nationen zu knüpfen und sich durch Militärbündnisse gegen Kriege abzusichern.

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass die Fahrt auf den Sambachshof ein wirklich sehr schönes Erlebnis war, da man vor allem durch das Planspiel ganze neue Einblicke in die Politik erhalten hat. Ich kann jedem, der die Chance hat dorthin zufahren, dies nur wärmstens empfehlen, nicht zuletzt deswegen, weil die Abendgestaltung auch sehr spaßig war. ;-)

Daniel Artelt, K 12
 


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