Pol&IS 2007 -

Politik zum Anfassen
Einmal im Leben die Macht in Händen halten,
einmal im Leben mitentscheiden über die Geschicke in der Welt,
einfach einmal Politiker sein!
Das und viel mehr erlebt man bei Pol&IS
Freut euch drauf, denn die Welt liegt in eurer Hand!

So oder so ähnlich könnte eine Werbeanzeige für das Seminar Pol&IS lauten. Doch was ist Pol&IS eigentlich? Ausgeschrieben heißt es "Politik und Internationale Sicherheit", jetzt werden viele sicherlich gleich denken: Oh Gott, Politik, wie öde ist das denn, davon hab' ich eh keine Ahnung, was soll mich das interessieren? Diese Einstellung ist wohl weit verbreitet, doch erstens kommt keiner um das Seminar in der Kollegstufe 12 herum und zweitens zumindest das Planspiel Pol&IS ist alles andere als uninteressant und langweilig.

Im Spiel geht es nun darum die Welt, aufgeteilt in elf Regionen, wie z.B. Westeuropa, Arabien, GUS, Asien, etc, im Prinzip also unsere Welt, möglichst gut zu verwalten und behandeln, oder wäre es in euerm Interesse auf einem Müllberg, der im schlimmsten Fall noch durch einen Atomkrieg verseucht ist, zu leben? Uns wurde schon zu Beginn gesagt, in der Simulation gibt es weder Gewinner noch Verlierer, denn wie wir feststellen mussten, am Ende hängt alles zusammen, keine Regierung kann auf Dauer im Alleingang bestehen.

Zurück Vorwärts

Zunächst wurde bestimmt, wer welchen Regierungsposten (Regierungsschefs, Staatsminister und Wirtschaftsminister) begleiten sollte. Des Weiteren waren die NGO's (Non-Governmental Organizations) durch Green Peace und Amnesty International vertreten, außerdem gab es die Weltbank, die Weltpresse und nicht zu vergessen den UN-Generalsekretär.

Das Spiel begann mit einer UN-Generalversammlung unter Leitung des Generalsekretärs, bei der jedes Land seine Ziele für die nächsten Jahre vorstellen sollte. Informationen über die einzelnen Regionen erhielten die Spieler aus den "Spielanleitungen", darin war auch angegeben, was man z.B. als Wirtschaftsminister für Aufgaben hatte. Wir mussten uns jetzt nicht seitenweise Informationen aneignen, aber trotz der wirklich guten Erklärungen der beiden Bundeswehroffiziere, schadete ein Blick in die Unterlagen nicht.

Im ersten Pol&IS-Spieljahr war es doch recht kompliziert sich im "Produktions-" und "Umweltformular" zurecht zu finden. Dort musste z.B. eingetragen werden wie viele Agrarbetriebe im Land produzierten oder wie viel für den Umweltschutz ausgegeben wurde. Uns wurde schon durch diese Formulare recht deutlich, wie komplex Politik auch in der Realität ist, denn in den Regierungen tauchten dann Fragen auf, wie: "Wie viele Industrieanlagen können wir uns noch leisten? Und was müssen wir im Gegenzug dafür wieder für die Umwelt tun, damit unser Müllberg nicht eine kritische Marke überschreitet?"

Im weiteren Spielverlauf kam es dann zum Handel an der Börse, dort konnten die Überschüsse verkauft werden und wo noch Mangel herrschte wieder zugekauft werden. Doch so einfach wie sich das liest war es auch nicht, denn erstens musste man überhaupt jemand finden, der bereit war dies oder jenes zu tauschen und zweitens hatte man nicht viel Zeit für die Transaktionen, deshalb ging es ziemlich hektisch an der Börse zu und am Ende war nicht immer jeder ganz zufrieden. Während die Wirtschaftsminister an der Börse handelten, kümmerte sich der Rest der Regierung um neue Verträge mit anderen Regionen, diese Verträge konnten unterschiedlichsten Inhaltes sein, beispielsweise Wirtschaftsverträge "Du gibst mir Agrar, ich gebe dir Industrie", Entwicklungshilfe "Ich schenke euch so viel Agrar", Militärbündnisse "Du verbündest dich nicht gegen mich und lässt mich in Ruhe, dann mach ich das Gleiche" usw.

Wie ihr schon seht, auch das Militär spielte eine Rolle, deshalb gab es in der Mitte des Raumes eine große Weltkarte auf der die militärischen Kräfte eines Landes gesetzt waren. Die Kartenarbeit war auch ein Punkt während des Pol&IS Jahres, dabei wurden Truppen versetzt um das eigene Land zu schützen oder eventuell auch in einen Konflikt noch mit einzugreifen, dabei konnte es schon vorkommen, dass z.B. am Anfang Ozeanien scheinbar von China bedroht wurde, da China Kriegschiffe auf wichtige Handelsrouten zu Ozeanien gesetzt hatte, jedoch konnte dies durch Bündnisse geklärt werden und es kam zu keinem Konflikt. Ozeanien war die militärisch schwächste Region, doch während des Spieles rüstete sie auf, während andere Regionen wie Nordamerika oder China abrüsteten, welche Pläne da wohl Ozeanien hatte?

Oder eine andere Situation war der Einmarsch von japanischen Truppen in den Iran. Es war ein Versehen, aber ob das der iranische Präsident Ahmadinedschad, der während des Spieles auf einer Generalversammlung auftauchte, auch so gesehen hätte? Vielleicht taucht jetzt die Frage auf: Wieso erscheint der Präsident des Irans da plötzlich? Ganz einfache Antwort: Die beiden Jugendoffiziere "spielten" während der Versammlungen verschiedene Rollen. Zum Beispiel einen japanischen Umweltschützer, der den Walfang im eigenen Land anprangerte, die Regierung, die zuvor noch nichts davon wusste, musste sich da schnell darauf einstellen und schrieb im folgenden Jahr ein Programm gegen den Walfang.

Wie man sieht: es gilt schnell zu agieren, eben wie in der richtigen Politik. Wenn eine Regierung oder ein Teil davon nicht dazu fähig ist, dann kann sich dabei auch leicht ein Skandal entwickeln. Um wirklich zu wissen um was es geht, muss man das Planspiel einfach miterlebt haben, auch wenn man nicht so der Politik-Freak ist, kann man dabei Spaß haben und etwas lernen. Das Planspiel hat nur 2 Tage von unserem Aufenthalt auf dem Sambachshof ausgemacht, obwohl eigentlich jeder gerne weitergespielt hätte, mussten wir den Raum an die zweite Gruppe abgeben und uns an einem Nachtmittag und einem Vormittag Vorträge zum Thema Europa anhören. Im Vergleich zum Spiel war das natürlich der trockenere Teil, aber wer etwas Interesse aufbringen konnte, gewann auch dabei nützliche Informationen. (Der reine Simulationsteil wurde von zwei Jugendoffizieren der Bundeswehr, Hauptmann von Reeden, Kapitänleutnant Friedl, der restliche Teil vom Team der Landvolkshochschule Sambachshof bei Bad Königshofen im Grabfeldgau durchgeführt.)

Wer mitgerechnet hat, dürfte gemerkt haben, dass noch ein Tag von unserer fünftägigen Fahrt übrig ist. An diesem Tag ging es in das zwei Stunden entfernte Weimar und das KZ Buchenwald. Obwohl wir strahlenden Sonnenschein an diesem Tag hatten, war die Stimmung im KZ doch sehr bedrückend. Nach der Führung durch das KZ und etwas Zeit um uns selbst noch umzuschauen, ging es weiter mit dem Bus nach Weimar. Die Stadt von Goethe und Schiller wurde uns in einer recht knapp gehalten Führung näher gebracht, da unsere Kräfte langsam am Schwinden waren und wir alle eher dem restlichen freien Nachmittag entgegenfieberten.

Eine detailliertere Beschreibung der fünf Tage Sambachshof (12.03. bis 16.03.2007) würde jetzt doch den Rahmen sprengen, ich denke man muss alles selbst miterlebt haben. Es lohnt sich auf jedem Fall. Die oben stehende Werbeanzeige würde zumindest das Planspiel wohl gar nicht so unpassend beschreiben, deshalb: Freut euch auf die Seminarfahrt in der K12 (v. a. auf das Essen, vielfältig und sehr lecker, nicht zu vergleichen mit dem Essen von sonstigen Fahrten!).

Ein kleiner Wermutstropfen war nur der schlechte Handyempfang, obwohl es auch lustig ist, wenn man im Zimmer oder v.a. auch außerhalb des Hauses sich auf die Suche nach den besten Plätzen begibt, da können zwei Empfangsstriche wahre Jubelstürme hervorrufen - Telefonieren oder SMS verschicken wird auf dem Sambachshof zum Abenteuer.

Christina Schäfer, K 12
 


[zurück zum Fach Sozialkunde]

[Startseite]