JBG Miltenberg: "Der Landtag sind wir!
Das bayerische Parlament im Klassenzimmer"

18.06.2010
Wie bereits im vergangenen Schuljahr war es auch heuer wieder möglich den Schülern der Klassen 10a und 10b die einmalige Gelegenheit zu geben, vorhandenes politisches Wissen über die Arbeitsweise des bayerischen Landtages in die Praxis umzusetzen.

Dies wurde ermöglicht durch vier Referenten des Centrums für angewandte Politikforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München und den organisierenden bzw. durchführenden Sozialkundelehrern Christoph Grein, Ursula Lehmann und Simone Weitz. Leider konnten in diesem Jahr aus Terminkollissionsgründen keine Landtagsabgeordnete der Region v. a. für die Abschlussdiskussion zugegen sein, dies wurde jedoch von den Referenten hervorragend aufgefangen, die ihrerseits tiefgehende Einblicke in die politische Arbeit anhand von diversen Beispielen gaben.

Rollentausch

Nach der Begrüßung durch Studiendirektor Hartmut Beil, der von seiner Tätigkeit als Schöffe am Gericht berichtete und dadurch den Zehntklässern einen kleinen Vorgeschmack auf das Thema des Projekttages geben konnte, war es endlich soweit: Nach einer detaillierten Einleitung zu Theorie und Inhalt des Planspiels nahmen die Schüler ihre Rollenprofile entgegen und die Fraktionen von CSU, FDP, SPD und Bündnis 90/Die Grünen entstanden.

Im Verlaufe des Planspiels sollte es sich erweisen, dass die Schüler ein sehr gutes und aufgewecktes Rollenverständnis an den Tag legten, was sich v. a. in der sachlich orientierten Diskussionsfreude widerspiegelte.

In einer ersten Fraktionssitzung wurden die Fraktions- und Ausschussvorsitzenden gewählt sowie eine Position für die Arbeit in den Ausschüssen fomuliert. Als Thema war vorher bereits: "Jugendkriminalität und die Möglichkeiten der Bekämpfung" bestimmt worden. Den Part der kritischen Öffentlichkeitsarbeit übernahm ein sechsköpfiges Presseteam, das die Abgeordneten interviewte, Lehrermeinungen einholte, aktuelle Berichte verfasste, die gesammelt am Schwarzen Brett veröffentlicht wurden und eine kleine Talkshow mit den Franktionsvorsitzenden inszenierte, in der rege diskutiert wurde.

Fraktions- und Ausschussarbeit: Das Ringen um Gesetzesentwürfe

Mit der Eröffnung durch den Alterspräsidenten und der Wahl des Landtagspräsidenten konstituierte sich der JBG-Landtag, um in erster Lesung den Gesetzesentwurf über die Verschärfung der Strafen bei Jugendlichen, aber auch über die Anwendung von alternativen Strafvollzugsmaßnahmen, in die Ausschüsse Innere Sicherheit, Justiz und Wirtschaft zu verweisen. In konzentrierter Ausschussarbeit wurden Beschlussvorlagen erarbeitet, die möglichst viele Positionen berücksichtigen sollte.

Ein ungewöhnliches Abstimmungsergebnis

Im Plenum des Landtages wurde dann über den Gesetzesentwurf abgestimmt. Auffällig und auch verwunderlich war hierbei, dass die CSU-Fraktion so spät noch ohne Grund Vorschläge der Opposition als Kompromiss übernahm und vor allem, dass sich dann fast niemand mehr "traute" gegen den Vorschlag zu stimmen. Sogar die Abgeordneten der Grünen und der SPD waren am Ende fast geschlossen dafür.

Fazit

Bereits während der Durchführung des Planspiels wurde deutlich, dass die konkrete Auseinandersetzung mit dem Gesetzgebungsprozess in der Rolle von Abgeordneten politische Entscheidungsprozesse greifbarer machte bzw. zu einem besseren Verständnis der Abläufe des bayerischen Landtages führte sowie zudem durch das Aufweichen des "normalen" Unterrichtsbetriebes eine willkommene Abwechslung bot.

(Simone Weitz / Ursula Lehmann)

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