Lebenswege: Hand, Bein und Ohr für die Kunst

Butzbach-Gymnasium: Schüler schaffen Relief für Bühne



Miltenberg. Dass die Spiral- oder Schneckenform der neuen Kunstwerks am Johannes-Butzbach-Gymansium Miltenberg eine versteckte Anspielung auf ihren verschlungenen Weg zum Abitur ist, haben seine Schöpfer nicht zugegeben. Wohl aber, dass das keramische Objekt an der Außenwand der Freiluftbühne auf dem Pausenhof gerne in Richtung »Lebenswege« gedeutet werden darf. Auch das Stichwort »Blutkreislauf« sei bei der Arbeit an der Konzeption gefallen.

Am Montag haben die acht Schüler des P-Seminars Kunst gemeinsam Schulleiter Joachim Fertig, ihrem Seminarleiter Reinhold Brunner und der Niederberger Keramikerin Edeltraud Klement das Kunstwerk öffentlich vorgestellt. Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler ein ganz persönliches Objekt geschaffen haben.

Denn für viele der Einzelteile standen sie mit ihrem Körper Modell: Unterarme, Knie, eine Hand oder auch ein überdimensioniertes Ohr wurden aus Ton nachgeformt, glasiert und zusammen mit vielen Schalen unterschiedlicher Größen sowie völlig abstrakten Einzelteilen zu einem zu einem Gesamtkunstwerk zusammengestellt. Über die Deutungsmöglichkeiten haben die Schüler beim Schaffen immer wieder intensiv diskutiert, dann aber bewusst auf einen Titel verzichtet. »Es ist schon gut, wenn sich jeder beim Betrachten seine eigenen Gedanken macht. Ein Name oder Titel würde hier nur einschränken«, sagt Merih Ünal.

Vom Ergebnis der Projektarbeit zeigt sich Reinhard Brunner beeindruckt. Den Anstoß für ihre Idee hätten die Schüler bei einem Atelierbesuch bei Edeltraud Klement erhalten, aber ihre Ideen sehr eigenständig umgesetzt. In den sogenannten P-Seminaren sollen die Schüler über zwei Jahre hinweg ein selbstgewähltes Thema in Theorie und Praxis entwickeln und verwirklichen. Dazu gehört auch, dass sie den Rektor von der dauerhaften Präsentation überzeugten, Sponsoren für die Materialkosten suchten die Technik für die Befestigung an der Betonfassade austüftelten und das Programm für die offiziellen Übergabe des Kunstwerks samt Einladung an die Presse organisierten.

Mit dem Kunstwerk haben sich schon jetzt an ihrer Schule »verewigt«: Merih Ünal, Daniel Kügler, Andreas Lermann, Phuong Nhu Pham, Stefanie Birnstiel, Franziska Stich, Thomas Paasch und Marie Boiselle.

(Quelle: Georg Kümmel, in: Bote vom Untermain vom 6. März 2013)

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