World-Café "Leitbild"

Unsere Schule hat am Samstag, dem 29. März, in einer gemeinsamen Veranstaltung von 70 Schülern, Eltern und Lehrern ein Leitbild formuliert, das für die nächsten Jahre eine Orientie-rungshilfe für die Entwicklung der Schule sein soll.

Eingeladen zum sogenannten World-Café hatte der Arbeitskreis (AK) "Zukunftswerkstatt JBG", der paritätisch aus Lehrern, Schülern und Eltern besetzt ist. Der AK hatte im Vorfeld wichtige Erkenntnisse aus der externen und internen Evaluation sowie aus weiteren Initiativen der Schulentwicklung gebündelt und daraus gemeinsam einen Textvorschlag für ein Leitbild erarbeitet.

Am Samstagmorgen fanden die 70 Teilnehmer - etwa zu gleichen Teilen Schüler, Eltern und Lehrer - eine schön präparierte Aula mit Stehtischen, Kaffee und Kuchen vor, die zu einem munteren Austausch auf Augenhöhe einlud. Das Moderationsteam setzte sich aus einem Lehrer, einer Schülersprecherin und einem Mitglied des Elternbeirats zusammen.

Der erste Schritt bestand in der Überarbeitung der Leitbild-Textvorlage. An den durchweg gemischt besetzten Stehtischen wurde heftig diskutiert. Die angestrebte gemeinsame Augenhöhe wurde allenfalls dort verletzt, wo ein Schüler aus der Unterstufe neben einem 2 Meter großen Lehrer gelandet war. In der Aussprache im anschließenden Plenum war es beeindruckend zu erleben, wie leidenschaftlich gerade die Schüler für ihre Vorschläge eintraten. Durch die Abstimmung der Veränderungswünsche erhielt der Text schließlich sein endgültiges Gesicht: Das Leitbild nimmt Bezug auf Johannes Butzbach, den Namensgeber aus der Renaissance, und betont dann die Säulen "Einander wertschätzen", "Miteinander arbeiten und leben", "Nachhaltig lernen", "Lebenstüchtig und weltoffen sein".

Noch spannender als der erste Teil gestaltete sich der zweite Programmpunkt, nämlich die Suche nach einem Slogan, der auf eine originelle Weise den Charakter der Schule abbildet. Hier hatte es schon im Vorfeld eine Reihe von Vorschlägen gegeben und im Verlauf des World-Cafés kamen noch etliche Formulierungen hinzu. In den Probe-Abstimmungen und Diskussionen zeigte sich, dass jugendliche Unbekümmertheit und erwachsenes Maßhalten oft schwer vereinbar sind, sodass in dieser Frage das Ergebnis noch offen blieb.

In der letzten Phase des World-Cafés diskutierten die Teilnehmer, inwieweit die Schule schon "dicht dran" ist an den Leitbildgedanken und auf welchen Feldern es noch Verbesserungsbedarf gibt. Dabei ging es auch um Vorschläge, wie das Leitbild in der Schule nachhaltig verankert und umgesetzt werden kann. Auch hier war auffällig, wie genau sich die Vertreter der einzelnen Gruppen zuhörten und dabei ihre eigenen Erfahrungen durch die Perspektive der anderen Teilnehmer erweitern konnten. Leider stand für diese letzte Phase nur ein relativ knappes Zeitkontingent zur Verfügung, denn die drei Stunden waren wie im Flug vergangen. Jedenfalls hat der AK "Zukunftswerkstatt" eine Reihe von Anregungen erhalten, um an der Umsetzung des Leitbildes weiterzuarbeiten.

Die weitere Planung sieht vor, dass das nunmehr festgeschriebene Leitbild den Entscheidungsgremien der Lehrer, Schüler und Eltern zur Annahme vorgelegt wird, dass in der noch offenen Slogan-Frage der AK "Zukunftswerkstatt" ein geeignetes Verfahren entwickeln wird und dass alle weiteren Umsetzungsbemühungen im Geist des World-Cafés erfolgen: Schulentwicklung gelingt nur in der vorbehaltlosen Zusammenarbeit von Schülern, Lehrern und Eltern.

(Roland Specht)

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(Fotos: Christoph Grein)


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