Entführung in die Steinzeit

Am letzten Dienstag entführte der Regensburger Archäologe Lothar Breinl am Johannes-Butzbach-Gymnasium die Schüler der 6. Klassen in die Welt der Steinzeit.

Wie bringt man Schülern eine längst vergangene Zeit nahe? - Kann man aus dem 21. Jahrhundert noch in die Steinzeit springen? Die Experimental-Archäologie macht das auf interaktive Weise möglich: Schwere Kisten mit Steinen und Ton, verschiedenen Werkzeugen und Federschwingen werden schon früh morgens in die Cafeteria getragen. Alles beginnt mit einem Vortrag. Da berichtete Herr Breinl von seinen Erlebnissen bei Ausgrabungen und zeigte auf interessante Weise das Leben und Denken der Menschen zu dieser Zeit. Zum Ende des Vortrags wurde unter den gespannten Blicken der Schüler vorgeführt, wie die Menschen damals mit einer aufwendigen Prozedur Feuer machten. Erst wurde Zunder gerieben, dann Feuerstein und Pyrit aneinandergeschlagen, ein Funke entstand, der in den Zunder eingegraben und mit trockenem Stroh umhüllt wurde. Dann konnte man hineinpusten und, wenn man Glück hatte, ergab sich eine Flamme.

Eine langwierige Prozedur, das Leben der Steinzeit-Menschen war nicht einfach. Das erfuhren die Schüler nachdrücklich bei der folgenden Anfertigung eines Steinzeit-Messers. Danach fing das lange ersehnte eigenständige Basteln an. In den folgenden Stunden kamen nacheinander die Schüler der drei sechsten Klassen an die Reihe. Neben Schmuckstücken aus Muscheln, Pfeilen und Tongefäßen konnten sich die Schüler auch an der Herstellung eines "Steinzeittelefons" beweisen. All diese Sachen wurden mit Natur-Farben aus Steinen angemalt.

Die hergestellten Gegenstände nahmen die modernen "Steinzeitler" stolz mit und stellen so eine schöne Erinnerung an diesen Tag dar. Außerdem konnten die Schüler mit eigenen Augen und Händen selbst erleben, unter welchen Bedingungen die Menschen damals lebten.

(Werner Kimmel)

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(Fotos: Werner Kimmel, Bodo Weitz)

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