P-Seminar Physik: Nepalreise 2016

Am Mittwoch, den 26. Oktober bestiegen 14 SchülerInnen des projektorientierten Seminars "Science Power to Kathmandu" der Q12 des Johannes-Butzbach-Gymnasiums in Frankfurt ein Flugzeug, um über Delhi nach Kathmandu/Nepal zu gelangen - gleichsam wie in eine andere Welt. Begleitet wurden sie von ihren Lehrkräften Katharina Menne und Heinz Reiser.

Ziel der Reise war es, neben dem Kennenlernen der Kultur und der Bewohner eines fernen Landes sowie der Unterstützung sozialer Projekte, physikalische Versuche, das zugehörige Equipment und deren Präsentation in englischer Sprache an eine nepalische Highschool zu bringen. Das Seminar untersteht dem Leitfach Physik. Gleich nach der Landung in der Hauptstadt wurden die Unterschiede zu unserer westeuropäischen Heimat deutlich. Neben der sommerlichen Hitze, dem Feinstaub in der Luft und dem Lärm der Stadt, waren es vor allem die Menschen, deren Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft einen bleibenden Eindruck hinterließen. Dies, sowie ihre außerordentliche Gastfreundschaft ist in der hinduistischen Lebensanschauung begründet, wobei über 30 Millionen Götter den Menschen bei der Bewältigung ihres harten Alltags helfen. Armut ist im Land weit verbreitet.

Das bislang sehr beliebte Reiseziel Kathmandu, einst als Hippie-Hochburg bekannt, leidet aktuell sehr unter den Folgen der verheerenden Erdbeben vor einem Jahr. Dies schadet dem Land enorm und ist, wie die Schüler schnell feststellten, völlig unbegründet. Viele Sehenswürdigkeiten sind erhalten geblieben und auch sonst hat das Land nichts von seinem Charme verloren.

Nach den Besichtigungen der Kulturstätten Bodnath, Pashupatinath und Swayambhunath, brachen wir am Folgetag zu einer achtstündigen, halsbrecherischen Busfahrt in den 120 km entfernten Chitwan Nationalpark auf. Die Strapazen waren schnell vergessen, als die Gruppe am selben Abend auf Liegestühlen den Sonnenuntergang am Ufer des Flusses Rapti, mitten im Dschungel, genießen durfte. Dabei trabten Elefanten gemächlich durch das seichte Wasser und Grillen, Vögel und Affen ließen den typischen Gesang des Urwaldes erklingen. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Einbaum den Raptifluß hinab, waren zu Fuß im Dschungel unterwegs und ritten auf Elefanten - immer umgeben von Krokodilen, Rhinos, Affen und unzähligen bunten Vögeln. Abends feierten wir zusammen mit den Einheimischen das "Deepawalifest". Die Straßen und Häuser wurden mit Mandalas verziert, Tausende von Lichtern brannten und die Menschen trugen besonderen Schmuck. Eine Folkloretanzgruppe der Taru, der ethnischen Gruppe des Südens, gestaltete eindrucksvoll den Abend.

Vor Ort wurden dann folgende soziale Projekte besucht: eine im Aufbau befindliche Schule, eine Augenklinik, eine öffentliche Bibliothek und eine kleine Fabrik, in welcher Elefanten-Dung zu Papier verarbeitet wird - allesamt in Privatinitiative oder über die Gründung eines Trägervereins erbracht. Hier tritt das fortschrittliche Denken der Bewohner des Südens im Gegensatz zur Landesmitte zu Tage.

Wieder zurück in Kathmandu an der "Children's Model Higher Secondary School", starteten wir unser Physikprogramm und verbrachten viele gemeinsame Stunden bei Sport und Spiel mit unseren nepalischen Schulfreunden. Insbesondere das "Bhai Tika" Fest, bei dem Brüder und Schwestern einander ehren, sich gegenseitig schmücken und beschenken, schweißte diesmal Menschen unterschiedlichster Kulturen eng zusammen, eine gute Voraussetzung für das gemeinsame Experimentieren mit Infrarotstrahlung, Laserlicht, Photovoltaik und Wärmeleitung. Auch die Themen Erdbeben und Vulkanismus wurden behandelt.

Am letzten Abend veranstaltete die Schule für ihre deutschen Gäste eine unvergessliche Abschiedsfeier mit traditionellen Tänzen. Urkunden wurden überreicht und ein vorzügliches Abendessen gemeinsam verspeist. Tags darauf kamen wir nach über 10 Stunden Flug wieder in Frankfurt an, nach einem unvergesslichen, absoluten Highlight unserer Schulzeit.

(Leon Lindenberger)

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