Miltenberger Schüler auf der Suche
nach deutschen Spuren in China

Ein besonderes Projekt begleitete den diesjährigen Austausch
des JBG und der JHR




Der Austausch mit der Secondary School der Tongji-Universität in Shanghai ist nunmehr schon seit 14 Jahren Tradition. Im Zweijahres-Turnus finden Reisen in das Reich der Mitte und entsprechende Gegenbesuche statt.
Und so machten sich auch in diesem Jahr 26 Schüler des JBG und der JHR auf den Weg, um das "chinesische Abenteuer" hautnah zu erleben. Mit einem geschichtlichen Auftrag in der Tasche, den sie im Vorfeld recherchiert hatten, flogen die Schüler zunächst für 6 Tage nach Shanghai.
Dort wurden die Schüler von ihren chinesischen Freunden und deren Familien herzlich willkommen geheißen.
Die Tage in Shanghai waren mit vielfältigen Programmpunkten gefüllt. Aktivitäten in der Schule wie Tai Chi, eine Einweisung in eine Tee Zeremonie oder auch naturwissenschaftliche Experimente. Auch ein Zusammentreffen mit den mexikanischen Schülern, die dort für drei Monate unterrichtet werden, ist immer ein kulturelles Ereignis.
Daneben haben die Schüler viele Sehenswürdigkeiten kennengelernt: Den Yu Garten, den Jade Tempel und auch den Shanghai Tower, der mit 632m als das höchste Gebäude Chinas und das zweithöchste der Welt gilt. Mit einem Aufzug, der die Besucher in 20 Sekunden nach oben katapultiert, eröffnet sich dort normalerweise ein atemberaubender Blick auf die gigantische Metropole. An diesem Tag, der einzige des gesamten Aufenthaltes, regnete es leider, aber das Lichtermeer, das sich mit der einsetzenden Dunkelheit durch die Wolken kämpfte, beeindruckte sehr.
Eine wichtige Etappe der Sightseeing Tour waren die Gebäude rund um den "Bund", die Promenade am Fluss Huangpu, die architektonisch noch stark von der Kolonialzeit geprägt ist. Ein "geschichtsträchtiger Spaziergang", bei dem eine Schülergruppe führte, wies auf das Gelände des ehemaligen "deutschen Gartenclubs" hin, auf die kaiserlich-deutsche Post, die deutsch-asiatische Bank sowie das "Deutsche Eck". Vor Ort führten sie ihre Rechercheergebnisse aus.
Am 24. Oktober hieß es dann Abschiednehmen von den chinesischen Schülern und die Reise führte weiter nach Qingdao. Die ostchinesische Hafenstadt, die von 1898 - 1914 zu den deutschen Kolonien zählte, zeugt in manchen Vierteln noch stark von den deutschen Einflüssen.
Nicht nur die damalige Gründung einer Brauerei, die heute weltweit das bekannte "Tsingtao" Bier vertreibt, sondern auch die katholische Kirche St.-Michael, die sich auf einem großen Platz erhebt, oder die auf einer Anhöhe gelegene ehemalige Gouverneur Villa im schönsten Fachwerk erzeugen Verwunderung.
Ein Ausflug in die Laoshan Berge, wo der bekannte chinesische Philosoph Laotse in einer Höhle lebte, so wie mit Tee und Wein bepflanzte Hänge, eröffnete den Schülern eine ganz andere Seite Chinas. Nach einer beeindruckenden Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug von Qingdao nach Peking, setzten die Schüler zum" Endspurt" ihrer ereignisreichen Reise an. Der Besuch der verbotenen Stadt, das Erklimmen der Chinesischen Mauer, das so manchen Schüler an die Grenzen seiner Belastbarkeit brachte, die Ming Gräber, der Sommerpalast und natürlich auch ein Abstecher in die legendäre "Fressgasse", die u.a. mit ihren frittierten Insekten Abscheu und Interesse gleichermaßen weckte, bildeten den Abschluss der 14tägigen Fahrt. Überquellend von vielerlei Eindrücken, sagen wir Dank unserer Chinesisch Lehrerin Frau Liu-Rieger, die die eindrucksvolle Reise organisiert hat.

(Sabine Fertig)


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