Geld in Theorie und Praxis -
Neuntklässler besuchen die lokale Sparkasse



An zwei Montagen im März 2019 begaben sich die 9. Klassen im Rahmen des Fachs Wirtschaft und Recht in die lokale Sparkasse, um dort eine Betriebserkundung durchzuführen. Hintergrund war der aktuelle Unterricht rund um das Thema Geld und Zahlungsverkehr, das vor Ort vertieft werden konnte.

Frau Ott und Herr Amrhein von der Personalabteilung führten zunächst mit einem Überblick in die Welt der Sparkasse ein, in dem vieles zu deren Entstehung, Aufbau und allgemeinen Aufgaben und Zielen zur Sprache kam. Im Einzelnen ging es um die "Verbundpartner" der Sparkassen wie Versicherungen, Investmentgesellschaften und Bausparkassen sowie die Kernaufgaben einer Bank im Allgemeinen, zu denen das Einlagen- und Kreditgeschäft, der Zahlungsverkehr und vor allem die Beratung der Firmen- und Privatkunden gehören. Letzteres ist auch der Bereich, auf den sich das Berufsbild des Bankkaufmanns bzw. der Bankkauffrau in den letzten Jahren immer mehr konzentriert, da wiederkehrende Routineaufgaben zunehmend mit Hilfe von Computertechnik und digitalisierten Abläufen erledigt werden können. Überraschend ist in diesem Zusammenhang, dass sich auch bei den Über-60-Jährigen, von denen mittlerweile über die Hälfte ein Smartphone besitzt, die Onlinenutzung von Girokonten in den letzten Jahren stark ausgeweitet hat. Eine wertvolle Erfahrung war sicherlich auch, dass Themen aus dem Unterricht wie etwa das "Magische Dreieck der Geldanlage" nicht nur bloße Theorie darstellen, sondern im täglichen Beratungsgeschäft eine wichtige Rolle spielen.

Im Folgenden gingen beide Referenten auf die Besonderheiten der Finanzberatung der Sparkassen (die so genannte "Beratungspyramide") sowie deren "Multikanalvertrieb" ein, der von klassischen Geschäftsstellen mit Automatenbetrieb über das Bargeldtaxi bis hin zu Onlinebanking und Onlineberatung (auch über Webcam) reicht. Wichtig für die Sparkassen ist auch der Erhalt der Marke, die mit zu den bei den Bundesbürgern bekanntesten überhaupt zählt. Dazu tragen Maßnahmen der "Corporate Identity" bei, zu denen unter anderem auch interne Gemeinschaftsaktionen und Wettbewerbe gehören. Nach außen sind die Sparkassen wiederum als Sponsor von Veranstaltungen und Spender für gemeinnützige Vereine und öffentliche Einrichtungen wie Schulen bekannt.

Nach der Plenumsveranstaltung wurden die Schülerinnen und Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt, die alternierend eine Führung durch die Räumlichkeiten der Hauptstelle und der Zweigstelle in der Hauptstraße bekamen. Beim Gang durch die Hauptstelle erfuhren die Gruppen einiges über das Kredit-, Immobilien- und Privatkundengeschäft sowie über einen Arbeitsplatz aus dem Jahr 1948, der verdeutlicht, welch starke Veränderungen sich im Alltagsgeschäft der Banken in den letzten Jahrzehnten ergeben haben. In der Zweigstelle konnte man "hinter die Kulissen" der Geld-, Münzeinzahlungs- und auszahlungsautomaten schauen sowie einen Blick in den Tresorraum der Bank werfen.

Zum Abschluss stellten zwei Auszubildende der Sparkasse Theorieinhalte und Praxiselemente der Berufsausbildung zur Bankkauffrau bzw. zum Bankkaufmann vor. Dabei gingen sie auf die Besonderheiten der Ausbildung bei der Sparkasse ein, im Besonderen auch auf motivierende Elemente wie die "MERK"-Tage (drei Tage mit weitgehender Selbstorganisation und dem Ziel, erfolgreich auftreten und präsentieren zu können), das "Azubi-Lern-Forum" sowie den "Azubi-Cup" als Wettbewerbselement.

Wir bedanken uns für die interessante und lehrreiche Führung durch die Welt der Banken.

(Bodo Weitz)


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