Schriftsteller Harald Grill liest für die Fünftklässer

Am 21. Mai 2019 begegneten unsere Fünftklässer in einer interessanten Doppelstunde dem Schriftsteller Harald Grill. Dieser gab zunächst Einblicke in sein literarisches Schaffen, insbesondere in die Entstehung seiner Reisebücher. Dabei erzählte er beispielsweise, wie er in der rumänischen Heimatstadt der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller mit deren Verwandten ins Gespräch kam.

Grills Credo, dass er alles, was er schreibt, in der Wirklichkeit findet und dann bearbeitet, demonstrierte er vor allem an seinem Jugendroman "Da kräht kein Hahn nach dir". Er stellte den Schülern anschaulich vor Augen, wie eine Zeitungsnotiz sein Interesse für einen Bauern geweckt hat, der durch eine Unfallverletzung gezwungen war mit seiner Familie in die Stadt zu ziehen, und wie er als Schriftsteller durch Recherche und unter Einbeziehung eigener Lebenserfahrungen versucht hat, sich mehr und mehr in die Haut des Sohnes zu versetzen, der sich als Hauptfigur des Romans in der neuen Umgebung zurechtfinden muss. Grill erklärte, wie er einzelne Episoden kombinierte und die Figuren plastisch gestaltete. Dabei imponierte den Schülern besonders, dass auch ein vermeintlicher Bösewicht gar nicht mehr so böse erscheint, wenn man seinen Lebenshintergrund kennt.

Natürlich war auch Raum für Fragen, den die Schüler fleißig nutzten. Sie wollten wissen, ob Herr Grill vor seinen Lesungen nervös ist, wie viele Bücher er schon geschrieben hat, welches sein erfolgreichstes Buch ist, wer für die Umschlagzeichnung verantwortlich ist und wieviel man als Schriftsteller verdient. Dabei staunten sie nicht schlecht, dass ein Autor für ein Taschenbuch, das für 5,95 € verkauft wird, selbst nur 30 Cent bekommt, sodass er seinen Lebensunterhalt überwiegend durch Reportagen für Radio und Fernsehen sowie über Lesereisen verdienen muss.

Die Schüler waren beeindruckt, dass Herr Grill seine Texte und Gedanken so dynamisch wie ein Schauspieler vorträgt, und konnten kaum glauben, dass eineinhalb Stunden so schnell vergehen können.

(Roland Specht)


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(Fotos: Simone Weitz)


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