Gutes Glück und Filzpantoffeln - Die Stufenfahrt der 10. Klassen nach Weimar
„Wir brauchen unbedingt noch ein Foto vom Stein des guten Glücks! Dessen Volumen haben wir in Mathe berechnet!“ – Dass die Weimarfahrt der 10. Klassen zahlreiche Anknüpfungspunkte für die historisch-politische und die ästhetisch-kulturelle Bildung bietet, war den begleitenden Lehrkräften klar. Von diesem Bezug zum Mathematikunterricht, der nahe Goethes Gartenhaus hergestellt werden konnte, waren sie dann aber doch überrascht.
Der erste Programmpunkt der dreitägigen Stufenfahrt war der Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald gewesen, die sich die Schülerinnen und Schüler mit dem App-Guide und einem Besuch in der Dauerausstellung selbst erschlossen hatten. Der zweite Tag stand – wie schon in den vergangenen beiden Jahren – ganz im Zeichen der intensiven Erkundung der Weimarer Altstadt, die auch in diesem Jahr trotz phasenweise etwas tristeren Wetters bei den Jugendlichen mit ihrem Charme punkten konnte. In vier Gruppen erlebten sie verschiedenste Programmpunkte: Von der Bedeutung Herzogin Anna Amalias zeugte nicht nur die Führung im Park an der Ilm, wo die Anfänge der Stadt als „place to be“ des späten 18. Jahrhundert nachgezeichnet und Goethes Gartenhaus besichtigt wurden, sondern auch die Visite im Rokokosaal der nach der Herzogin benannten Bibliothek in Filzpantoffeln und die Begegnungen mit den genialen Geistern der großen Dichter, beispielsweise in Schillers Wohnhaus oder im Goethe-Nationalmuseum. Komplettiert wurden diese Programmpunkte von Freizeiteinheiten, die zur intensiven Erkundung Weimars in Kleingruppen genutzt wurden.
Am Abreisetag schließlich stand mit den Besuch im durch die deutsch-deutsche Grenze ehemals geteilten Dorf Mödlareuth erneut die historisch-politische Bildung im Mittelpunkt. Die Besichtigung des neuen Besucherzentrums und die Begehung des Außengeländes mit Blicken auf und in den Todesstreifen sowie die Wachtürme der DDR-Grenzposten verschafften einen Eindruck davon, warum Mödlareuth auch „Little Berlin“ genannt wurde. Diesen Vergleich werden die Schülerinnen und Schüler in zwei Jahren bei ihrer Studienfahrt in die Hauptstadt genauer unter die Lupe nehmen können.
„Eine rundum gelungene Exkursion – sogar mit dem Wetter hatten wir am Ende einigermaßen gutes Glück“, resümierte Christoph Grein, der als Mitarbeiter der Schulleitung die Fahrt begleitet hatte, nach drei ereignisreichen Tagen.
(Kristina Wahl)
