Zerrissen, unberechenbar, doch mit Hoffnung: Dr. Markus Hünemörder schildert aktuelle politische Lage in den USA

Am Montag, den 02.03.2026, durfte das JBG den ausgewiesenen Spezialisten für die Verhältnisse in den USA, Herrn Dr. Markus Hünemörder von der LMU München, in der Aula begrüßen.
Er zeichnete in seinem Vortrag für die 11. Klassen sowie für die Englischkurse der Oberstufenjahrgänge Q12 und Q13 ein vielschichtiges Bild der aktuellen politischen Lage in den USA.
Den Auftakt bildete die Analyse der tiefen gesellschaftlichen Zerrissenheit: Neben der starken Polarisierung zwischen den Parteien wurde auch die wachsende Spaltung innerhalb von Republikanern und Demokraten hervorgehoben. Konfliktfelder wie Immigration, wirtschaftliche Perspektiven, Feminismus, Klimawandel und der Einfluss auf und durch die Medienlandschaft verdeutlichten die Komplexität der innenpolitischen Debatten.
Im zweiten Teil richtete sich der Fokus auf die Außenpolitik, die derzeit als unvorhersagbar beschrieben wurde und klare strategische Linien vermissen lasse. Diskutiert wurden unter anderem die amerikanische Zollpolitik sowie die Frage, ob das transatlantische Verhältnis nachhaltig beschädigt werden könnte.
Im Schlussteil betonte Herr Dr. Hünemörder, dass es gegenwärtig an einer effektiven Opposition mangele und die wirtschaftliche Entwicklung maßgeblich für die politische Stabilität sein werde. Zugleich gebe es jedoch einen Hoffnungsschimmer: Die Gerichte sowie weitere Institutionen der Bundesstaaten funktionierten weiterhin als unabhängige Kontrollinstanzen. Aufgrund der aktuellen Dynamik der außen- wie innenpolitischen Entwicklungen wurde auch noch Bezug genommen auf die Epstein-Akten und die Vorgänge im Nahen Osten.
Die aufschlussreichen Ausführungen des Vortrages wurden bei aller Ernsthaftigkeit durch amüsante Einspieler von The Simpsons, South Park und Saturday Night Live aufgelockert.
Das JBG bedankt sich herzlich bei Herrn Dr. Hünemörder, der sicherlich im kommenden Jahr wieder eingeladen wird.
(Simone Weitz)
